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16.02.06 Teherans
inhaftierte Busfahrer
Internationaler Solidaritätstag / Doch noch Unterstützung vom DGB
Von Peter Nowak
In vielen europäischen Ländern fanden am Mittwoch Kundgebungen vor
iranischen Konsulaten und Botschaften statt. In Deutschland gab es Proteste in
Berlin, Frankfurt (Main), Köln und Hamburg. Gewerkschaften und politische
Organisationen, darunter der Internationale Bund der Freien Gewerkschaften, die
Internationale Föderation der Gewerkschaften und das Koordinationskomitee der
Studentenbewegung für Demokratie im Iran, hatten zu dem Internationalen
Solidaritätstag aufgerufen. Die Spitze bilden
die Teheraner Busfahrer, gegen die das Regime entsprechend hart vorgeht. Seit
Mai 2005 gab es mehrfach gewalttätige Angriffe von Geheimpolizisten,
Sicherheitskräften und regimetreuen Arbeitern auf Betriebsversammlungen. Der
Vorsitzende der Busfahrergewerkschaft, Mansour Ossanlou, wurde dabei mit
zahlreichen Messerstichen verletzt. Im Dezember wurden mehrere
Führungsmitglieder, darunter Ossanlou, verhaftet. Ende Januar eskalierte die
Auseinandersetzung, als ein Streik bei der Busgesellschaft Sherkat-e-Vahed den
Nahverkehr in der Hauptstadt lahm legte. Gefordert wurden die Freilassung der
Inhaftierten, die Anerkennung als Gewerkschaft und der Abschluss eines
Manteltarifvertrags. Das Regime reagierte wie gewohnt mit Repression.
Zahlreiche Arbeiter wurden bei Polizeiangriffen verletzt. Es kam zu
Hausdurchsuchungen, selbst Familienangehörige wurden verhaftet und im
berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis eingekerkert. Ein Teil der aktiven
Gewerkschaftler musste untertauchen. Oppositionsgruppen sprechen von bis zu
1200 Verhafteten. Ein Teil ist mittlerweile wieder freigelassen, doch sie
dürfen nicht an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Und an führenden
Gewerkschaftern will das Regime mit hohen Strafen ein Exempel statuieren.
Der Aktionstag soll gerade in einer Zeit, in der der Iran im Mittelpunkt des
Weltinteresses steht, auf die Situation der Arbeiter dort lenken. Die
Veranstalter kritisierten auch die Rolle des Deutschen Gewerkschaftsbundes. In
der vergangenen Woche forderten Demonstranten vor der Berliner DGB-Zentrale
Solidarität mit den verfolgten Arbeitern im Iran ein. Im Unterschied zu anderen
großen europäischen Gewerkschaften enthalte sich der DGB jeder Stellungnahme,
so die Kritik. http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=85750&IDC=3 http://www.labournet.de/internationales/iran/vahed.html |