Brief der Vahed Gewerkschaft an Internationale Arbeitsorganisation - ILO
An Herrn Jean-Daniel LEROY, Leiter des ILO Büro in ParisDer von uns aufgerufene Streik am 28.01.2006 wurde mit einer Beispiellosen Härte durch die Sicherheitskräfte und das Militär niedergeschlagen. Die Fahrer und die Belegschaft wurden zusammengeschlagen und unter Drohungen gezwungen, die Arbeit in Begleitung von Sicherheitskräften aufzunehmen. Frauen und Kinder von Vorstandsmitgliedern der Gewerkschaft wurden unter Prügel von ihren Häusern verschleppt und in Geiselhaft genommen, damit ihre Männer sich stellen. Eine Vielzahl der Vorstandsmitglieder und über 1000 Arbeiter und Angestellte des Betriebs wurden inhaftiert und in die Gefängnisse des Sicherheitsministeriums und Evin eingebucht. Eine Vielzahl der Gewerkschaftsmitglieder wurde entlassen. Man hat ihnen eine Reuerklärung zur Bedingung für die Rückkehr zur Arbeit gemacht.
Herr Daniel Leroy,die Gewerkschaft der öffentlichen Busbetriebe Teheran und Umgebung, Vahed Gewerkschaft, wurde in einer offen abgehaltener Vollversammlung gewählt. Fast 8.000 von 17.000 Arbeiter und Angestellte sind der Gewerkschaft beigetreten und eine überwältigende Mehrheit der Beschäftigten betrachtet die Gewerkschaft als ihre legitime Interessenvertretung. Unser Streik hatte 3 Forderungen:
Die iranische Regierung gehört zu den Unterzeichnern der ILO Konventionen bezüglich der gewerkschaftliche Organisierung und Anerkennung des Streikrechts. Sie ist damit zur Einhaltung dieser Konventionen verpflichtet. Doch die Ereignisse der letzten Monate und insbesondere der letzten Wochen haben gezeigt, dass die iranischen Regierung nicht nur ihrer Verpflichtungen missachtet, sondern auch unser gesetzlichen Rechte auf Gewerkschaftliche Organisierung, Streik und unseren Anspruch auf Kollektiv Verträge für die Besserung des Lebens der Vahed Beschäftigten in gewaltsamster Art und Weise unterdrückt.
Herr Leroy,wir bitten Sie, unsere Klage offiziell vor den ILO Gremien vorzutragen und die iranische Regierung zur Einhaltung jener von ihr selbst unterzeichneten Konventionen zu verpflichten. Wir fordern Freiheit für Herrn Ossanlou, unsere Vorstandsmitglieder und unsere über 1.000 Kollegen. Ferner fordern wir die die Anerkennung unserer Gewerkschaft und den Abschluss von Tarifverträgen zur Besserung der Katastrophalen Lebenslage der Vahed Beschäftigten. Wir fordern auch eine ungehinderte Rückkehr der Kollegen zur Arbeit, ohne sich auf eine Verzicht auf gewerkschaftliche Tätigkeit verpflichten zu müssen.
In Erwartung Ihrer Maßnahmen Hochachtungsvoll Vorstand der Gewerkschaft Öffentliche Busbetriebe Teheran und Umgebung (Vahed Gewerkschaft) Abteilung Öffentlichkeitsarbeit |